| Die Tonerzeugung | |||||
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Der im Raum wahrgenommene, und durch den Resonanzkörper verstärkte Gitarrenton erhält seine Ausgestaltung während des kurzen Momentes des Anschlags, also dem impulsartigen Kontakt von Fingerspitze, Fingernagel und Saite. Hier findet die eigentliche Tongestaltung statt. Den Einfluss darauf haben:
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Abb. 1 |
Die Haltung des Armes, der Hand und der Finger Für die "Geometrie" der Anschlaghand beim künstlerischen Gitarrenspiel gelten zur Orientierung zwei Prämissen: erstens, die Mittelhand ist die gerade Verlängerung des Unterarmes (Abb. 1), der in der Nähe des Armgelenkes auf dem Zargenrand aufliegt. Zweitens, beim Fingeraufsatz von -pima- auf der g-, h- und e-Saite ist der Daumen deutlich links vom Zeigefinger, wodurch der höchste Punkt über der Gitarrendecke der Knöchel des Mittelfingers, nicht jedoch das Handgelenk ist (Abb. 2).
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Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4 |
Die Anschlagbewegung (tirando) Der zentrale Aspekt der Tonerzeugung ist die Anschlagbewegung, die idealisiert einen Kreisbogen durch die Fingerspitze (i-Finger, m-Finger, a-Finger) beschreibt. Der Mittelpunkt des Kreises ist der Knöchel, also das Grundgelenk des Fingers (Abb. 2). Folglich wird die Saite beim Anschlag (und korrekter Haltung) nicht herausgezogen, sondern tendenziell in Richtung Schalldecke gedrückt. Dieser Druck der Fingerspitze auf die Saite erlaubt die Kontrolle über die Dynamik in feinsten Abstufungen. Wenn der Finger die Anschlagbewegung (Abb. 3, Abb. 4) "in die Handfläche hinein" fortsetzt (Kreisbogen), erfolgt das "Ablösen" des Fingers von der Saite durch den optimal gefeilten und polierten Fingernagel. Dieser verleiht dem Ton durch seine differenzierte Winkelstellung zur Saite eine charakteristische Qualität. Steht der Nagel eher parallel zur Saite, so wird der Ton scharf; wird der Winkel zwischen Nagel und Saite größer, so wird der Ton weicher. - Für den Daumen gilt die analoge Ausführung.
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Abb. 5: i(ndex), m(edius), a(nularius).
Abb. 6: p(ollex). |
Form und Oberfläche der Fingernägel Da der Fingernagel sehr unterschiedlich aus dem Nagelbett wachsen kann, ist für jeden Spieler eine individuelle Lösung angeraten, die aus der Funktion des Nagels entwickelt werden kann. - Die Modulationsfähigkeit durch den Nagel hinsichtlich Lautstärke und Klangfarbe ergibt sich aus der optimalen Kombination einer reibungsarmen Gleitbewegung über die Saite und einer Nagelkontur, die einen stetigen Übergang vom Beginn der Anschlagbewegung durch den Fingeraufsatz mit der Fingerspitze (Haut) bis zum Abgleiten des Nagels erlaubt. Dazu wird die Nagelkontur in vielen Fällen an der Innenseite einen größeren Radius erhalten als an der Außenseite (Abb. 5). Ebenso wichtig ist, die gefeilte und zunächst scharfkantige Kontur mit 600er Schleifpapier (oder grober Polierfeile) nachzuarbeiten. Alle scharfen Kanten werden verrundet. Das abschließende Polieren mit Kieselerde und Leder (oder feiner Polierfeile) ergibt die gewünschte Oberfläche. Abb. 6 zeigt den Daumen.
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